
von Heike Schülein
Der Gemeinderat Reichenbach brachte in seiner Sitzung vom Donnerstag den diesjährigen Haushalt unter Dach und Fach. Steigende Kosten bringen die Gemeinde in Zugzwang.
Der von Kämmerin Sabine Suffa vorgestellte Haushaltsplan 2025 hat ein Gesamtvolumen von knapp 3,7 Mio. Euro, davon im Verwaltungshaushalt knapp 1,6 Mio. Euro und im Vermögenshaushalt knapp 2,1 Mio. Euro. Der Haushaltsplan ist genehmigungspflichtig, da er Kreditaufnahmen in Höhe von 432.700 Euro enthält. Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird auf 260.000 Euro festgesetzt. Sowohl der Verwaltungs- als auch der Vermögenshaushalt sind im Vergleich zum Vorjahr angestiegen: der Verwaltungshaushalt um 304.800 Euro, der Vermögenshaushalt um 8.300 Euro.
„Reichenbach kann dank der geschaffenen Rücklagen in 2025 noch einen genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen. Allerdings macht die aktuelle Wirtschaftslage auch vor den Finanzen der Gemeinde Reichenbach nicht halt“, bekundete die Kämmerin, dass die Ausgaben stiegen, die Einnahmeprognosen jedoch stagnierten. Mit Blick auf 2026 müssten unbedingt Maßnahmen zur Einnahmenerhöhung ergriffen werden, um den Verwaltungshaushalt ausgleichen zu können.
Eine Zuführung zum Vermögenshaushalt kann im Haushalt 2025 aufgrund der Vorsteuer-Rückerstattung für die Rennsteigstraße 16 nochmals erreicht werden. Geplante Investitionen sind die Beratungskosten für die Anschaffung eines Feuerwehr-Autos (1.200 Euro), die Baumpflanzung (55.000 Euro), die Gestaltung des Randbereichs der KC 24 (16.000 Euro), Straßen allgemein (2.500 Euro), die Sanierung der „Alten Schule“, Turnhalle (1.100 Euro), die Investitionsumlage des VG-Bauhofs (9.500 Euro), der Erwerb von beweglichen Sachen für die Kläranlage (10.000 Euro), die Kanalsanierung (53.000 Euro), Kanalhausanschlüsse pauschal (1.000 Euro), die Investitionsumlage an die FWG (27.500 Euro) sowie Grunderwerb pauschal (500 Euro). Der größte Brocken im Haushalt ist wieder das Projekt Rennsteigstraße 16, wobei man abermals Kosten in Höhe von 1,785 Mio. Euro für das Anwesen sowie 120.000 Euro für das Inventar einplant. Der Haushaltsansatz wurde aufgrund der Kostenberechnung vom 26. Februar dieses Jahres getroffen. Man geht von Gesamtkosten in Höhe von 3,5 Mio. Euro netto aus. Dem gegenüber steht ein Förderbescheid von rund 2,8 Mio. Euro. Damit sollte das Projekt dann abgeschlossen sein.
Das Investitionsvolumen von knapp 2,1 Mio. Euro ist fast identisch mit dem Vorjahr.
Insgesamt rechnet man im Vermögenshaushalt mit Einnahmen von ca. 1,2 Mio. Euro bei einem Eigenanteil der Gemeinde von rund 870.000 Euro. Ausgeglichen wird der Vermögenshaushalt durch eine Entnahme der allgemeinen Rücklage von 53.000 Euro sowie einer Darlehensaufnahme von 432.700 Euro. „Insgesamt gesehen ist das eine moderate Darlehensaufnahme für ein solches Riesenprojekt“, erklärte die Kämmerin. Nachdem man Anfang des Jahres schuldenfrei war, beträgt der Schuldenstand Ende 2025 - identisch mit der Darlehensaufnahme - 432.700 Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung bei 657 Einwohnern von 658,60 Euro. Der Rücklagenstand Ende des Jahres beträgt 24.403,21 Euro.
Der Verwaltungshaushalt wird sich in den nächsten Jahren auf ca. 1,4 Mio. Euro pro Jahr einpendeln. Der Vermögenshaushalt wird maßgeblich von den städtebaulichen Projekten beeinflusst. Beschlossen wurde der Haushalt bei einer Gegenstimme von Johannes Förtsch (CSU).
Der Haushalt 2023 schließt im Verwaltungshaushalt mit rund 1,2 Mio. Euro und im Vermögenshaushalt mit rund 1,7 Mio. Euro, gesamt knapp 2,9 Mio. Euro. Durch die Rückerstattung der Vorsteuer für die Rennsteigstraße 16 konnte der Haushalt 2024 ausgeglichen werden und man kam ohne Darlehensaufnahme auf. Erfreulich waren insbesondere Mehreinnahmen von 65.000 Euro bei der Gewerbesteuer. Insgesamt konnte man dem Vermögenshaushalt 73.000 Euro zuführen, nachdem eigentliche keine Zuführung geplant war.
Weitere Tagesordnungspunkte
Für die Kommunalwahlen 2026 wurde Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD), die sich nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung stellt, zur Gemeindewahlleiterin und Verwaltungsfachwirt Uwe Thoma als Stellvertreter berufen. Das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde dem Bauantrag von Patrick Nemitz auf Errichtung eines Gartenhauses mit Freisitz in Reichenbach.
Bekanntgaben: Für die Rennsteigstraße 16 erfolgten einige Auftragsvergaben. Zuschläge für das Gewerk HLS erhielt jeweils die Fa. Sell aus Kronach für den Einbau der Heizleitungen und Lüftungsklappen (Angebotspreis: 2.096,73 Euro), die Änderung des Heizungsanschlusses auf einen elektrischen Anschluss (1.849,93 Euro) sowie für die Korrektur des Sonderschachts aufgrund falscher Höhenangaben (713,01 Euro). Das Nachtragsangebot der Fa. Küchen-Rebhan aus Neukenroth in Höhe von 2.610 Euro beinhaltet die Herstellung einer Aufkantung für die Wandfliesen, einen geschlossenen Sockel im Fußbereich und weitere Anpassungen. Die Fa. K&S aus Heinersreuth erhielt den Auftrag für die Bauendreinigung gemäß Angebot in Höhe von 3.999 Euro netto.
Im Rahmen des Kommunalen Städtebauförderprogramms wurden Zuschüsse in Höhe von jeweils 30 Prozent auf die förderfähigen Kosten bewilligt. Zuschüsse erhielten die Familie Rita und Gerhard Förtsch, Rennsteigstraße 11, für die Neugestaltung des Eingangsbereich ihres Anwesens in Höhe von 4.800 Euro (förderfähige Kosten: 16.000 Euro) sowie Erhard Förtsch für die Neugestaltung von Dach und Fassaden seines Anwesens Hauptstraße 30 in Höhe von 24.999,90 Euro (förderfähige Kosten: 83.333 Euro) und seines Anwesens Hauptstraße 26 in Höhe von 6.750,50 Euro (förderfähige Kosten: 22.500 Euro).
Bei der Ausschreibung der Stromlieferverträge war der mindestnehmende Anbieter die Fa. Grüüün aus Rugendorf zum Angebotspreis von 8,25 ct/kWh (brutto 25,73 ct/kWh). Die Fa. Hertel aus Haßlach erhielt den Auftrag für den Winterdienst in der Gemeinde für 2025/2026.
Informationen: Der Gottesdienst zum Volkstrauertag am 16. November wird am 15. November um 18.30 Uhr als Vorabendmesse begangen. Erfreulicherweise werden sich wieder zahlreiche Vereine und der Kindergarten an der Dorfweihnacht beteiligen. Gefeiert wird am 29. November im Gemeindepark. Start ist ab 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen im Feuerwehrhaus. Die Musik spielt ab 16 Uhr, später stößt der Nikolaus hinzu. Bei der letzten Baubesprechung hinsichtlich der Hauptstraße wurde informiert, dass in den kommenden drei Wochen die letzten Asphaltierungsarbeiten erfolgen. Danach - ab Ende November - wird die Baustelle über den Winter geöffnet.
Anfragen aus dem Gremium: Siegfried Stubrach (BLR) erkundigte sich, ob es Neuigkeiten hinsichtlich des Kanaldeckels in der Ortseinfahrt gebe. Laut der Bürgermeisterin sei dies Angelegenheit des Landkreises, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Obwohl sich die Sache schon mehrere Jahre hinziehe, wisse niemand, warum der Kanaldeckel vorhanden sei. Zudem wollte er wissen, wann man eine Bürgerinfo aus dem aus in Auftrag gegebenen Gutachten zur Einheitsgemeinde erhalte. Hier wird die Bürgermeisterin nachhaken.
