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Alte neue Verkehrsregelung in Wickendorf


von Heike Schülein

 

Der Ortsteil Wickendorf bildete den Mittelpunkt der Teuschnitzer Stadtrats-Sitzung vom Montagabend. Auf der Tagesordnung standen die Verkehrsregelung in der Ortsdurchfahrt sowie der entstehende Solarpark.

 

Für die Ortsdurchfahrt Wickendorf wurde nach dem Ausbau festgelegt, dass verkehrsrechtlich die Rechts-vor-links-Regelung gilt. Hierauf wird durch ein entsprechendes Schild am Ortseingang hingewiesen. Vorher war die Ortsdurchfahrt Vorfahrtsstraße und alle Seitenstraßen entsprechend untergeordnet. „Seitens der Bevölkerung wurde mehrfach der Wunsch geäußert, dass die aktuelle Regelung aufgehoben und die vorherige mit der Ortsdurchfahrt als Vorfahrtsstraße wieder eingeführt werden soll“, erklärte Bürgermeister Frank Jakob (FW) bei der aufgrund der ortsbezogenen Tagesordnung im Wickendorfer Pfarrsaal abgehaltenen Stadtrats-Sitzung, dass er immer wieder darauf angesprochen werde. Zudem werde gebeten, eine 30 km/h-Regelung für den gesamten Ort einzuführen.

 

Für ein aussagekräftiges Meinungsbild wurde eine Umfrage unter allen 315 Wickendorfer Bürgerinnen und Bürgern ab einem Alter von 16 Jahren durchgeführt - mit einem Rücklauf von 213 Fragebögen, knapp 68 Prozent aller Befragten. Nach dem Ergebnis möchte der überwiegende Teil wieder die alte Regelung - sprich die Ortsdurchfahrt als Vorfahrtsstraße - zurück. Hierfür hatte sich eine zwei-Drittel-Mehrheit ausgesprochen. Eine generelle Tempo-Begrenzung auf 30 km/h wollten gut 35 Prozent.

 

Bei der Sitzung meldeten sich mehrere Bürger/innen zu Wort, die sich gegen eine generelle 30 km/h Regelung im gesamten Ort aussprachen, aber Tempo 30 im Gefahrenbereich Kindergarten-Einfahrt bis Bushaltestelle - zum Schutz der Kiga- und Schulkinder - anregten. Dies wurde vom Stadtrat befürwortet, der diesem Anliegen wie auch dem Votum der Bürgerbefragung folgte. Dementsprechend wird die Ortsdurchfahrt wieder zur Vorfahrtsstraße mit der Folge, dass eine entsprechende Beschilderung entlang der Ortsdurchfahrt installiert werden muss. Benötigt werden hierfür etwa 20 „Vorfahrt“ beziehungsweise „Vorfahrt achten“-Schilder mit Materialkosten von circa 3.000 Euro. Hinz kommen die Arbeitslöhne. Die Umsetzung erfolgt in diesem Frühjahr. Der genaue Geltungsbereich der gewünschten 30 km/h-Regelung wird mit der Polizei abgeklärt.

 

Angesprochen von der Bürgerschaft sowie von Oliver See (FW) wurde zudem eine Entschärfung beziehungsweise Verlagerung der Bushaltestelle, die aufgrund der ungünstigen Lage ebenfalls einen Gefahrenbereich darstelle. Für eine Änderung brauche es - erklärte Frank Jakob - das Einverständnis der Mobilitäts-Zentrale in Kronach. Der Bürgermeister wird diesbezüglich einen Termin vereinbaren.

 

Wickendorfer Solarpark auf der Zielgeraden

 

Der geplante Solarpark in Wickendorf soll in diesem Frühjahr realisiert werden. Bei der Sitzung gab der Projektleiter Michael Ebertz von der Fa. Münch Energie einen Sachstands-Bericht. Die Planungen für Wickendorf - das Vorhaben ging vor rund einem Jahr in die erste Auslegung - hätten sich recht lange hingezogen, da insbesondere das Landratsamt noch Klärungsbedarf hatte. Nachdem zwischenzeitlich alle Gutachten und Genehmigungen vorliegen, war der Planentwurf vom 12. Dezember bis 16. Januar in zweiter öffentlicher Auslegung. In diesem Zeitraum konnte sich noch einmal jeder mit Ideen, Anregungen oder Bedenken einbringen. Die wenigen Rückmeldungen wurden in die Planungen eingearbeitet, die nun nochmals in eine verkürzte Auslegung von zwei Wochen gehen. Der zeitliche Fahrplan sieht im Idealfall so aus, gleich in diesem Frühjahr - nach dem wohl in der Sitzung am 23. Februar gefassten Satzungsbeschluss - mit den bauvorbereitenden Maßnahmen beginnen zu können.

 

Mit allen drei Anlagen - Wickendorf, Haßlach und Rappoltengrün - verfolge man das Ziel, planbare, günstige und unabhängige Energie für die Rennsteigregion zu entwickeln. Wichtig sei seinem Unternehmen eine Wertschöpfung vor Ort mit Mehrwert für alle Beteiligten. Profitieren könnten alle Bürger durch dauerhaft kostengünstigen Bürgerstrom sowie dem Zeichnen von Anteilen mit einer garantierten Verzinsung von 6 Prozent. Infos finden sich unter https://sonnenregion-rennsteig.de mit Weiterleitung zur Seite www.grüüün.de, auf der der kostengünstige Bürgerstromtarif online gebucht werden kann. Die Nutzer erhalten für 20 Jahre eine Garantie auf den Strompreis in Höhe von 8,25 Cent/kWh. Beim Restbetrag handelt es sich um Steuern und Abgaben, worauf der Anbieter keinen Einfluss hat.

Über die Laufzeit von 20 Jahren kann Teuschnitz für alle drei Anlagen mit einer Akzeptanzabgabe sowie Gewebesteuer-Einnahmen in Höhe von zwischen 5 Mio. Euro und 6 Mio. Euro rechnen. „Unser Weg war richtig. Wir haben Mehrwert für alle geschaffen“, würdigte der Bürgermeister, der die Einnahmen für die Kommune als wichtigen Schritt erachtete, mittelfristig wieder in geordnete finanzielle Verhältnisse zu kommen. Die Beteiligung an den Anlagen Haßlach und Rappoltengrün - ein Crowdinvest mit einem Gesamtvolumen von 750.000 Euro - wurde von der Bevölkerung bereits voll ausgeschöpft.

 

Bei den Wortmeldungen der Bürgerschaft ging es unter anderem um die die Anlage tangierenden Wege, sollten diese beim Bau in Mitleidenschaft gezogen werden, sowie um die Schaffung von Ausgleichsflächen. Beschädigte Wege werden selbstverständlich wieder hergerichtet, antwortete der Projektleiter. Angestrebt werde immer eine Doppelnutzung - sprich, die entsprechenden Flächen weiterhin landwirtschaftlich zu nutzen zum Beispiel mit Schafen, Hühnern oder Rindern. Man war sehr bemüht, für die Landwirte Ausgleichsflächen zu finden und ordentliche Lösung zu erzielen, was auch gelungen sei. Angesprochen wurde auch ein eventuell in Aussicht gestellter Energiespielplatz oder das Anlegen einer Streuobstwiese durch den Kindergarten. Worauf es hinauslaufen wird, sei aktuell - so Michael Ebertz - noch offen. Sobald die Anlage steht, werde man sich zusammensetzen. Für Ideen in Richtung Naturschutz sei man immer offen. Der frühere Stadtrat Markus Wachter fragte nach der Konstellation der Anlage, die von den ersten Planungen abweiche. Laut dem Projektleiter führe eine Vielzahl zu berücksichtigender Punkte am Schluss zur endgültigen Fläche. Die Anlage sollte zunächst eine der größten in der Rennsteigregion werden; jetzt werde sie eine der kleinsten. Bei alledem gehe es aber immer um das Gesamtkonzept. 

 

Bekanntgaben aus den letzten nichtöffentlichen Sitzungen: Der Stadtrat stimmte dem Rangrücktritt der im Grundbuch von Teuschnitz zugunsten der Stadt eigetragenen Auflassungsvormerkung zur Sicherung eines Wiederkaufsrechts hinter die einzutragende Finanzierungsschuld in Höhe von 120.000 Euro zugunsten der VR Bank Oberfranken Mitte zu. Für die Abgasabsauganlagen in den Feuerwehrhäusern Teuschnitz, Haßlach und Wickendorf werden mit der Fa. ecovent Wartungsverträge abgeschlossen. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, alle benötigten Darlehensaufnahmen, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Rechtsaufsicht des Landratsamts, für die Haushaltsjahre 2024 und 2025 aufzunehmen. Der Stadtrat genehmigte die bisherigen Beauftragungen (Grundlagenermittlung, Vorentwurfsplanung, Entwurfsplanung und Kostenberechnung, Ausführungs- und Pflanzplanung sowie Bodenuntersuchungen) für den urbanen Waldgarten in Höhe von 19.935 Euro netto. Das Büro Droll und Lauenstein erhält den Auftrag für die Leistungsbausteine A.6 bis A.8 zum Pauschalpreis von 22.500 Euro netto, zuzüglich 5 % Nebenkosten. Auf das Vorhaben gibt es eine Förderung von 90 Prozent. Aufgrund von zusätzlichen Spenden verbleiben im Idealfall bei der Stadt keinerlei Kosten. Der Stadtrat genehmigte die Ausbauvereinbarung für den Geh- und Radweg Teuschnitz-Marienroth mit dem Landkreis Kronach. Die Fa. Löhner erhält den Auftrag für die Schlosserarbeiten bei der Schaubrauerei zum Angebotspreis von 14.686,98 Euro.

 

Informationen des Bürgermeisters: Der Abbruch in der Thüringer Straße in Haßlach ist nun am Laufen. Zuletzt hatte es einen Baustellen-Stopp gegeben, nachdem man im Keller auf zum Teil noch gefüllte Heizöltanks gestoßen war. Nach längerer Suche nach einer Fachfirma, die das noch vorhandene Öl abpumpt, wurde man schließlich fündig.