von Heike Schülein
Das Projekt in Wickendorf hat im Stadtrat die letzte Hürde genommen. Bald schon soll der grüne Strom fließen.
In der Teuschnitzer Stadtrats-Sitzung vom Montagabend wurde abermals ein wichtiger Schritt in Sachen Energiewende vollzogen. Der angepasste Planungsentwurf für den in Wickendorf entstehenden Solarpark war vom 5. bis 20. Februar in der dritten - auf zwei Wochen verkürzten - öffentlichen Auslegung. Die Planungen hatten sich recht lange hingezogen, da das Landratsamt zuletzt in Sachen Blendung noch Klärungsbedarf hatte. Nachdem zwischenzeitlich auch das angepasste Blend-Gutachten zur Zufriedenheit vorliegt, wurde die Satzung nun ebenso beschlossen wie die Änderung des Flächennutzungsplans.
„Wir werden sofort mit den bauvorbereitenden Maßnahmen beginnen“, erklärte Michael Ebertz von der Fa. Münch aus Rugendorf, dass er bereits am Tag nach der Sitzung den entsprechenden Ordner persönlich im Landratsamt abgeben werde. Die Hauptarbeiten werden wohl im März, April vollzogen. Danach werde es etwas ruhiger auf der Baustelle, die voraussichtlich im Sommer abgebaut werde. Dann folgten noch Eingrünungsmaßnahmen. Die Projektleitung übernimmt seine Kollegin Christina Wunder.
„Zur Baustelle werden LKWs hinfahren und es wird auch zu Beeinträchtigungen kommen“, räumte Michael Ebertz ein. Nachdem es sich mit dem letzten Satzungsbeschluss um seinen letzten offiziellen Stadtrats-Termin in Teuschnitz handele, war es ihm ein großes Anliegen, für die große Unterstützung in den vergangenen Jahren zu danken. Er werde auch weiterhin bei Fragen und Anliegen zur Verfügung stehen.
Mit allen drei Anlagen - Wickendorf, Haßlach und Rappoltengrün - verfolge man das Ziel, planbare, günstige und unabhängige Energie für die Rennsteigregion zu entwickeln. Profitieren können alle Bürger durch dauerhaft kostengünstigen Bürgerstrom mit einer Strompreis-Garantie für 20 Jahre. Sehr freute er sich, dass hiervon bereits rund 600 Nutzer Gebrauch machen. Die Beteiligung an den Anlagen - das Crowdinvest - sei von der Bevölkerung superschnell ausgeschöpft worden. Gezeichnet wurden Anteile ab 100 Euro bis hin zu 25.000 Euro - also von der breiten Masse.
Nach Fertigstellung der Anlage in Wickendorf, werde es - vermutlich am Umspannwerk - eine große Einweihungsfeier geben, wobei er selbst hinter dem Grill stehen werde. Hierzu lud er bereits jetzt den gesamten Stadtrat herzlich ein. „Ihr habt das nicht für euch getan, sondern für die ganze Region“, würdigte er.
Dritte Bürgermeisterin Susanne Daum (MiM) hegte etwas Sicherheits-Bedenken, da die LKWs durch Wickendorf mit einigen Engstellen fahren müssen. Zudem herrsche hier aktuell noch die Rechts-vor-Links-Regelung. Wie Erster Bürgermeister Frank Jakob (FW) ausführte, sei die Stadt bei der Maßnahme die Straßenverkehrsbehörde, sodass man - bei Bedarf - selbst Geschwindigkeitsbeschränkungen veranlassen könne. Zudem werde man die Bevölkerung umgehend auf allen Kanälen auf den verstärkten Verkehr hinweisen, um Vorsicht bitten und entsprechende Telefonnummern für eventuelle Beschwerden hinterlegen. Laut Michael Ebertz werden die Unternehmen im Vorfeld über die Ortsverhältnisse informiert.
Handlungsbedarf beim Stadtwald
Eine seiner ersten Aufgaben, als er 2020 das Bürgermeister-Amt übernommen habe, sei es - so Frank Jakob - gewesen, dafür Sorge zu tragen, dass das Forstbetriebsgutachten für den Stadtwald überarbeitet werde. Die rechtlichen Vorgaben hierzu entspringen im Wesentlichen der Körperschaftswaldverordnung. Ein solches Gutachten besitzt eine Gültigkeit von 20 Jahren, somit für Teuschnitz noch bis 2040. Nach der Verordnung ist allerdings das Forstbetriebsgutachten zu überarbeiten oder anzupassen, wenn Umstände eintreten, die eine Bewirtschaftung des Walds nach dem bisherigen Gutachten erheblich erschweren oder unmöglich machen. Dies sei in Teuschnitz aufgrund der Käferkalamität der Fall. Daher habe er mit dem zuständigen Betreuer der Waldbesitzervereinigung (WBV) gesprochen. Dieser wird mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) die Sachlage besprechen, um dem Stadtrat in der März-Sitzung einen umfassenden Sachstandsbericht mit Handlungsempfehlungen geben zu können. „Ich sehe uns als Stadt hier in der Pflicht, in den kommenden Jahren entsprechend zu handeln, damit wir unseren Beitrag dazu leisten, den Stadtwald im Sinne einer naturnahen und forstwirtschaftlich sinnvollen Form wieder aufzubauen“, verdeutlichte Frank Jakob.
Naturschutzgebiet Teuschnitz-Aue
Wie der Bürgermeister informierte, wurde das Verfahren zur Ausweisung des Naturschutzgebietes Teuschnitz-Aue seitens der Regierung von Oberfranken im Herbst 2025 wieder aufgenommen und wird nunmehr aktuell weiter vorangebracht. Im Zeitraum 18. Dezember 2025 bis 19. Januar 2026 fand eine öffentliche Auslegung der Unterlagen statt. In diesem Rahmen bestand nochmals Gelegenheit, Anregungen, Bedenken und Einsprüche zu äußern, wovon auch Gebrauch gemacht wurde. Bereits vor einigen Jahren hatte er in Zusammenarbeit mit der Arnika-Akademie Bedenken hinsichtlich der Stadt Teuschnitz und des Arnika-Projekts vorgebracht. Der Vorsitzende des Arnikavereins, Hans-Peter Müller, und der Leiter der Arnika-Akademie, Ralf Schmitt, sind mit eingebunden, um diese Interessen und Anliegen entsprechend zu vertreten. „Unsere Anregungen wurden in den aktuellen Entwurf der Schutzverordnung aufgenommen. Einige Punkte - wie die Durchfahrt auf den Wegen mit Fahrzeugen für die Hinterlieger - werden noch geregelt“, führte Frank Jakob aus. Besprochen mit den Verantwortlichen wurde zudem, dass ein Bestandsschutz in Sachen Grundstücksnutzung für die bisherigen Eigentümer geregelt wird. Im ursprünglichen Entwurf war dies nicht enthalten. Es wurden und werden derzeit zudem noch Regelungen zwecks einiger landwirtschaftlicher Flächen getroffen. Sobald ein neuer Sachstand beziehungsweise der endgültige Entwurf der Schutzverordnung vorliegt, wird der Stadtrat informiert.
Parksituation Ortsmitte Teuschnitz
In seiner Sitzung am 24. November 2025 fasste der Stadtrat einen Beschluss zur Regelung der Parksituation in der Ortsmitte. Grundlage hierfür waren die seinerzeitigen Planungen und Festlegungen der Sanierung der Ortsmitte. Umgesetzt wird somit die Kurzzeitparkzone mit zwei Stunden in der gesamten Ortsmitte. Es handelt sich um 29 Parkplätze, wofür sich der Bürgermeister stark gemacht hatte, nachdem die ursprüngliche Planung lediglich 21 Parkplätze vorgesehen hatte. Im Bereich Kirchstraße bleiben die ausgewiesenen Dauerparkplätze bestehen - mit der Beschränkung, dass diese nur von PKWs genutzt werden dürfen. Diese Vorgehensweise wurde mit der PI Ludwigsstadt abgestimmt und rechtlich abgesichert. Aufgrund gewisser Erdarbeiten wurde eine Umsetzung im Frühjahr 2026 vereinbart. Man geht von April aus. Über die sich ändernde Situation wird die Bevölkerung ausführlich über alle Kanäle informiert. Zudem wird sich ein Mitarbeiter der Verwaltung in Sachen kommunale Verkehrsüberwachung fortbilden, um Verstöße gegen die Anordnung selbst verfolgen zu können.
Weitere Informationen: Die laufenden Abbrucharbeiten in der Thüringer Straße auf der Baustelle Haßlach werden voraussichtlich im Frühjahr abgeschlossen. Der begleitende Architekt Oliver See (FW) teilte mit, dass er die Leistungsphasen 5 bis 9 nicht mehr ausführen kann, da er sich beruflich verändern wird. Für eine nahtlose Fortführung wurden bereits Gespräche zwecks Übernahme der Arbeiten geführte. Bezugnehmend auf einen Post in den Sozialen Medien informierte der Bürgermeister über die Situation der Asylbewerber im Stadtgebiet Teuschnitz. Demzufolge lag beziehungsweise liegt die maximal mögliche Kapazität der Unterkünfte hier bei sechs Personen in 2022, bei 18 in 2023, bei 20 in 2024, bei 26 in 2025 sowie aktuell bei 14 Personen. Bei Zugrundelegung - laut dem Landesamt für Statistik - von 1.834 Einwohnern mit Hauptwohnsitz in Teuschnitz (Stand: 30.06.2025) ergibt sich ein durchschnittlicher Anteil von lediglich 0,92 Prozent.
Bauantrag: Grünes Licht gab es für den Bauantrag auf Erweiterung des Wohnhauses und Aufstellung eines Carports durch Dr. Klaus Zweier und Susanne Zweier in der Petrus-Zweidler-Straße 21. In der Straße stehen aktuell noch drei Baugrundstücke zur Verfügung.
Bekanntgaben aus der nicht öffentlichen Sitzung vom 26.01.2026: Die Fa. Schindhelm aus Sonneberg erhielt den Auftrag für die Kanalarbeiten in der Weidenstraße, Bauabschnitt 2, zum Angebotspreis von 463.403,77 Euro. Nach langer Zeit haben - so der Bürgermeister - wieder einmal zehn Firmen ein Angebot abgegeben. Erfreulich ist auch, dass das günstigste Angebot um 90.000 Euro unter der Kostenberechnung vom Ingenieurbüro liegt. Für das TLF 3000 der Freiwilligen Feuerwehr Teuschnitz wurde ein Servicewartungsvertrag mit der Fa. Magirus abgeschlossen. Der Basis-Check kostet 760 Euro netto jährlich.
