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Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in der Grundschule kommt


Der neue Schulverband Teuschnitz: (von links) Bürgermeister Richard Balazs (1. Stellvertreter), Bürgermeister Frank Jakob (Vorsitzender), Susanne Daum und Bürgermeister Klaus Daum (2. Stellvertreter). Mit im Bild ist Rektor Klemens Löffler.
Der neue Schulverband Teuschnitz: (von links) Bürgermeister Richard Balazs (1. Stellvertreter), Bürgermeister Frank Jakob (Vorsitzender), Susanne Daum und Bürgermeister Klaus Daum (2. Stellvertreter). Mit im Bild ist Rektor Klemens Löffler.

von Heike Schülein

 

Ab dem kommenden Schuljahr haben Erstklässler einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung. An der Arnika-Grundschule in Teuschnitz herrscht Handlungsbedarf.

 

Teuschnitz- Ab dem Schuljahr 2026/27 besteht für die erste Jahrgangsstufe Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung von acht Stunden an allen Werktagen. Lediglich eine Schließzeit von 20 Werktagen ist erlaubt. Die neue Regelung stand auch im Fokus der Schulverbandsversammlung Teuschnitz bei ihrer konstituierenden Sitzung am Dienstagvormittag.

 

„Mit dem Träger der OGTS an unserer Schule, dem Caritasverband, wurde gesprochen. Während der Schulzeit kann der Bedarf von unserem Träger abgedeckt werden. Nur in den Ferienzeiten musste eine Lösung gefunden werden, um den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen“, informierte der in seinem Amt bestätigte Schulverbandsvorsitzende, Bürgermeister Frank Jakob (parteilos) aus Teuschnitz. Zusammen mit den Gemeinden Pressig, Stockheim und der Caritas hatte eine Bedarfsabfrage stattgefunden - mit dem Ergebnis, dass Bedarf in den Ferien besteht. Die Caritas bietet eine Betreuung ab circa zehn Kindern an, mit einem Tagessatz von 30 Euro pro Kind, zuzüglich einer Verwaltungspauschale von 200 Euro pro Woche. Teilnehmen können alle Jahrgangsstufen.

„Der Rechtsanspruch regelt keine Eigenbeteiligung der Eltern“, führte Frank Jakob aus. Die Eigenbeteiligung der Eltern soll auf 20 Euro/Kind/Tag festgesetzt werden. Nach der aktuellen Bedarfsabfrage für das Schuljahr 2026/27 kommen auf den Schulverband Kosten für die Eigenbeteiligung in Höhe von 4.880 Euro zu. Mit dem Vorgehen herrschte seitens des neuen Gremiums in Einverständnis. Ein Beförderungsanspruch besteht nicht.

 

Frank Jakob freute sich in der konstituierenden Sitzung auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder. Geborene Mitglieder der Schulverbandsversammlung sind die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden, demzufolge Frank Jakob (parteilos, Stellvertreter: Zweiter Bürgermeister Markus Hofmann, Dritter Bürgermeister Lukas Neubauer, beide CSU) aus Teuschnitz, Richard Balazs (BLR, Stellvertreter: 2. Bürgermeister Johannes Förtsch, CSU) aus Reichenbach und Klaus Daum (Stellvertreter: 2. Bürgermeister Roland Funk, beide CSU). Gemeinden, aus denen mehr als 50 Schüler die Schule besuchen, entsenden ferner bis 100 Schüler einen weiteren Vertreter. Da dies für die Stadt Teuschnitz aktuell zutrifft, ist die Stadt ab sofort mit zwei Mitgliedern vertreten, in diesem Falle zusätzlich mit Susanne Daum (MiM). Die Schulverbandsversammlung besteht demzufolge nicht mehr wie bisher aus drei, sondern nunmehr aus vier Mitgliedern. Stichtag ist jeweils der 1. Oktober jeden Jahres, sodass sich in der kommenden Amtsperiode die Anzahl auch wieder auf drei Gremiumsmitglieder reduzieren könnte.

 

Zum Schulverbandsvorsitzenden wurde Frank Jakob gewählt, zu dessen 1. Stellvertreter Richard Balazs aus Reichenbach sowie zum 2. Stellvertreter Klaus Daum aus Tschirn. Gewählt wurde jeweils geheim. Dem Rechnungsprüfungsausschuss gehören Klaus Daum, Richards Balazs sowie Susanne Daum an, die auch zur Vorsitzenden des Ausschusses bestellt wurde. Erlassen wurden die Geschäftsordnung und die Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts, die in der bisherigen Form bestehen bleiben. Stattfinden werden die Sitzungen immer an einem Dienstagvormittag.

 

Der Schulverbandsvorsitzende informierte über den ab dem kommenden Schuljahr in Kraft tretenden Rechtsanspruch von Kindern im Grundschulalter auf ganztägige Betreuung. Der Anspruch wird - beginnend mit der ersten Jahrgangsstufe ab dem Schuljahr 2026/27 - schrittweise auf alle Klassenstufen (1. bis 4. Klasse) ausgeweitet. Die verpflichtende Platzvorhaltung in der Offenen Ganztagsschule führt zu Handlungsbedarf an der Schule. Dies betrifft insbesondere den Küchen- beziehungsweise Essensbereich, wo aktuell recht wenig Platz ist. Erforderlich werden auch brandschutztechnische Ertüchtigungen - so ein Durchbruch der Küche in den Flur zwecks Schaffung von zusätzlichen Fluchtwegen. Die beantragte Genehmigung seitens des Landratsamts - es handelt sich dabei um eine Nutzungsänderung, weil gewisse Eingriffe notwendig werden - liegt mittlerweile vor. Die Förderung pro Betreuungsplatz, erfreulicherweise auch für Bestandsplätze, liegt pauschal bei 1.500 Euro. Trotzdem werden die Kosten die Fördersumme wohl übersteigen, sodass auf die VG weitere Kosten zukommen. „Das Geld, das wir für unsere Kinder und Jugendliche investieren, ist das am besten angelegte Geld überhaupt“, bekundete Frank Jakob. Gleichwohl delegiere der Staat - wie auch Kämmerin Sabine Suffa anprangerte - einmal mehr eine solche Aufgaben von oben nach unten, was die oftmals klammen Kommunen kostentechnisch noch stärker in Bedrängnis bringe.

 

Wie Frank Jakob ankündigte, sollen die Mitglieder aller drei VG-Gremien die Möglichkeit erhalten, sich bei einer gemeinsamen Schulbegehung vor Ort selbst ein Bild von den Räumlichkeiten wie auch von den anstehenden Baumaßnahmen zu machen.

Aktuell nehmen an der Schule rund zwei Drittel der derzeit 91 Kinder das Angebot wahr. Der Bedarf werde im kommenden Schuljahr in etwa gleichbleiben, konstatierte Schulleiter Klemens Löffler. Das OGTS-Team sei gut aufgestellt. Erfreulich gestalten sich auch die Schülerzahlen. Im kommenden Schuljahr werde die Anzahl auf 98 Kinder ansteigen, in den folgenden Jahren dann die 100er-Marke übersteigen.

 

Klaus Daum regte Sitzmöglichkeiten für wartende Eltern an, während sich ihre Kinder beim Schwimmunterricht der DLRG befinden. Hier werde man das Gespräch mit der DLRG offen, damit hierfür eventuell das DLRG-Heim geöffnet werde.