
von Heike Schülein
Im Mittelpunkt der Teuschnitzer Stadtrats-Sitzung vom Montagabend stand eine Kommunale Verkehrsüberwachung. Parksünder werden zunächst mit einer „Gelben Karte“ verwarnt, bevor es dann teuer wird.
„Gelbe Karte“ wie beim Fußball: Die Stadt Teuschnitz will das zum Teil vogelwilde Parken in der Stadtmitte in den Griff bekommen und führt deshalb - wie in der Nachbarkommune Ludwigsstadt - das Projekt „Gelbe Karte“ ein. Um Parksünder für ihr Fehlverhalten zu sensibilisieren, erhalten diese beim ersten Verstoß einen plakativen Hinweis an der Windschutzscheibe. Im Wiederholungsfall gibt es dann ein Knöllchen.
Im Zuge der Sanierung wurde in Teuschnitz ein Parkkonzept für die Ortsmitte - sprich Bereich Sparkasse bis zur Bücherei Altes Torhaus - entwickelt. Festgelegt wurde, so Erster Bürgermeister Frank Jakob (parteilos), dass die Parkplätze in dem Bereich als Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden. Dies bedeutet konkret, dass auf diesen Parkplätzen eine Höchstparkdauer von zwei Stunden während der Öffnungszeiten der Läden beziehungsweise Dienstleister - werktags von 7 Uhr bis 18 Uhr, am Samstag voraussichtlich 12 Uhr/13 Uhr - zulässig ist. Der Stellplatz für Menschen mit Behinderung neben der Nepomuk-Statue ist zeitlich nicht begrenzt. Vor der Kirche entstehen zwei Stellplätze mit einer Parkdauer von maximal 30 Minuten.
„Die verkehrsrechtliche Anordnung des Landratsamts liegt uns zwischenzeitlich vor und wurde nochmal angepasst hinsichtlich der ursprünglichen zeitlichen Beschränkung des Parkplatzes für Menschen mit Behinderung“, informierte er. Basiernd hierauf werden nun die damaligen Flyer angepasst und zur Information in den umliegenden Geschäften verteilt sowie digital veröffentlicht. Damit die notwendige Parkordnung eingehalten wird, bedürfe es einer regelmäßigen Überwachung, die nur durch die Kommune als federführendes Organ gewährleistet werden könne. Der Sachbearbeiter in der VG Teuschnitz, Jonas Pietz, hatte sich damit ausführlich auseinandergesetzt und zeigte dem Gremium die entsprechenden Möglichkeiten auf.
Anhand der Daten der Stadt Sonneberg bezifferte er die für die Stadt Teuschnitz entstehenden Kosten bei Nutzung des gleichen Programms. Ein Mitarbeiter fertige den Parkverstoß mittels Beweisfoto an. Mit der integrierten Kamera eines Smartphones werden Übersichts- und Detailaufnahmen gemacht wie zum Beispiel eine abgelaufene Parkscheibe. Der Verwarnungsbescheid wird mittels der Software vor Ort digital generiert und über einen mobilen Drucker ausgedruckt. Insgesamt schlügen die Kosten für das Programm sowie Zubehör wie Handy und Drucker jährlich mit gut 4.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen einmalige Kosten für die Schulung eines Mitarbeiters sowie die erstmalige Installation von rund 4.500 Euro.
Sonneberg erzielte damit im vergangenen Jahr Einnahmen von rund 130.000 Euro. Allerdings handelt es sich dabei bei circa 60 Prozent der Kosten um Verwaltungsgebühren; zahlten doch lediglich 50 % bis 60 % der Parksünder die Bußgelder - ausgestellt wurden knapp 5.100 Strafzettel - gleich bei der ersten Aufforderung. Zudem bestünden in Sonneberg Verträge mit Edeka und Aldi, dass die Verkehrsüberwachung des liegenden Verkehrs mit übernommen wird, was in Teuschnitz nicht möglich sei. Sein Fazit lautete, dass diese praktizierte Form der Verkehrsüberwachung nicht kostentragend wäre. „Das ist ein Draufleggeschäft“, verdeutlichte er.
Bei der überwiegenden Anzahl der Langzeitparker in Teuschnitz handele es sich um Kunden der Apotheke, der Bäckerei sowie Besucher des Rathauses und der WBV, die aber voraussichtlich zum Jahresende in eigene Räume umzieht. Sein Vorschlag lautete, eine Gelbe Karte nach dem Vorbild der Stadt Ludwigstadt einzuführen. Die Falschparker werden dabei in einer Excel-Tabelle notiert und beim wiederholten Verstoß der Polizei Ludwigsstadt gemeldet, an die dann auch die Einnahmen gingen. Laut Angaben der Stadt Ludwigsstadt habe sich die Parkmoral bei dieser Handhabung tatsächlich verbessert.
„Wir wollen nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“, betonte der Bürgermeister, eine pragmatische Lösung erzielen zu wollen. Susanne Daum (MiM) appellierte, diese Vorgehensweise dann auch konsequent über die nächsten Monate durchzuziehen - auch in den Randzeiten und am Samstag. „Sonst verpufft das ohne Wirkung“, zeigte sie sich sicher.
Dem pflichtete der Bürgermeister bei, der eine konsequente Handhabung mit der Gelben Karte ebenso ankündigte wie beim anschließenden Durchgreifen mit Bußgeldbescheiden. Geahndet werden zum Beispiel auch Falschparker von Verbrennern vor der Ladesäule. Mit der Vorgehensweise bis Ende des Jahres - danach wird es einen Sachstandsbericht geben - zeigte man sich einverstanden. Nicht anfreunden mit dieser Lösung konnte sich 2. Bürgermeister Markus Hofmann (CSU), der dagegen stimmte. Im Landkreis Kronach praktiziert - außer Ludwigsstadt - keine weitere Kommune eine Kommunale Verkehrsüberwachung.
In Sachen Parkplätze informierte Frank Jakob, dass die neue Praxis, die übergangsweise ab 1. Juli in Teuschnitz bis zum Umzug nach Tettau angesiedelt ist, zwei Parkplätze vor dem Grundstück ausweisen darf. Auf Anregung von Alexander Fehn (MiM) wird ein Schild in Teuschnitz errichtet, auf dem - zur Info für Nichteinheimische - die Langzeitparklätze aufgeführt sind.
Andreas Martin wird Vorsitzender
Bei der konstituierenden Sitzung am 18. Mai wurde bei der Besetzung des Rechnungsprüfungs-Ausschusses übersehen, einen Vorsitzenden zu benennten. In den Ausschuss wurden von der Fraktion der CSU Andreas Martin und Kerstin Zinecker entsandt sowie Christof Körner seitens der MiM. Zum Vorsitzenden des Ausschusses wurde nunmehr Andreas Martin bestellt, der sich bei der Wahl gegen Christof Körner mit 8 zu 3 Stimmen durchsetzte.
Informationen/Bekanntgaben des Bürgermeisters: Die Arbeiten in der Weidenstraße laufen weitgehend nach Zeitplan, wobei man witterungsbedingt rund eine Woche hinterher ist. Man rechnet mit einer Fertigstellung Ende September bis Mitte Oktober. Das am Vortag der Sitzung stattgefundene Arnikafest war - trotz der für die Jahreszeit niedrigen Temperatur - sehr gut besucht. Es gab interessante Vorträge, Führungen und ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken. Sein Dank galt an dieser Stelle allen Verantwortlichen sowie Helfern, die zum Gelingen dies etablierten Festes von überregionaler Bedeutung beigetragen hatten. Als dringliche Anordnung hatte der Bürgermeister den Auftrag zur Installation eines externen DX-Verflüssigers im Außenbereich der Schaubrauerei zur Rückkühlung des Flüssigkeitskühlers zum Angebotspreis von 10.457,13 Euro an die Fa. Haupt vergeben. Die Maßnahme war erforderlich, da aufgrund der mehrfachen Ausfälle der Kühlsysteme die Umbaumaßnahmen am Flüssigkeitskühler unverzüglich durchgeführt werden mussten, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen. Der Anordnung stimmte das Gremium zu. Eine Gegenstimme gab es von Susanne Daum (MiM).
Bekanntgaben aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 18.05.2026: Die Dienstaufwands-Entschädigung des 1. Bürgermeisters wurde auf 878,10 Euro pro Monat festgesetzt. Der 2. Bürgermeister erhält - zusätzlich zum Sitzungsgeld - eine laufende Entschädigung in Höhe von monatlich 183,57 Euro. Ab dem dritten Tag der Vertretung des Bürgermeisters erhält der 2. Bürgermeister eine Entschädigung von 50 Euro pro Tag. Der 3. Bürgermeister erhält keine laufende Entschädigung, sondern für jeden Tag der Vertretung des Bürgermeisters und des 2. Bürgermeisters eine Entschädigung von 55 Euro pro Tag. Aufgenommen wird ein Darlehen über 550.000 Euro für kostendeckende Einrichtungen über eine Laufzeit von 30 Jahren, Zinsfestschreibung von zehn Jahren, mit einem Zinssatz von 3,485 % bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach.
Anfragen aus dem Gremium: Markus Hofmann (CSU) erkundigte sich hinsichtlich des aufgrund der Baustelle der Fa. Münch arg in Mitleidenschaft gezogenen Wiesenwegs. Hier wird es, sobald der Rückbau erfolgt ist, eine gemeinsame Begehung mit der Fa. Münch geben. Noch nichts Neues gibt es in Sachen Akquise von Fördermitteln für die Bushaltestelle. Frank Jakob will die Angelegenheit demnächst zusammen mit weiteren Themen bei einem Termin bei der Regierung von Oberfranken anbringen. Martin Ströhlein (CSU) informierte über Kanaldeckel in der Oberen Trab in Haßlach, die sich gesenkt hätten. Kerstin Zinecker (CSU) gab die Beschwerde von Anwohnern weiter, dass in Haßlach bei der Kompostanlage Orts einwärts Am Berg gerast werde. Der Bürgermeister wird das Problem beim Landratsamt als Thema der nächsten Verkehrsschau ansprechen. Gleiches gilt auch für die gewünschte Laterne im Steinbacher Weg. Angesprochen wurde dies von Timo Feuerpfeil (CSU). Seitens des Stadtrates wurde moniert, dass die Lampe am Rathausplatz seit längerer Zeit mit einem Müllbeutel vor Nässe geschützt wird und dies beim Bayernwerk seit mindestens einem halben Jahr in Auftrag gegeben wurde; sich jedoch die Kommunikation schwierig gestalte. Andreas Martin (CSU) fragte hinsichtlich des angekündigten eigenwirtschaftlichen Ausbaus der Telekom des Glasfasernetzes nach. Laut dem Bürgermeister wurde der hierfür angedachte Zeitraum bereits überschritten. Leider rudere die Telekom derzeit oftmals dort, wo sie bereits Zusagen gemacht habe, rückwärts, da ihnen oftmals die Firmen für die Umsetzung fehlten. Im schlimmsten Falle könne dies auch für Teuschnitz passieren. Unabhängig davon werde man sich nochmals für ein Förderfahren bewerben, um einen Plan B zu haben. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbaus wäre dann sehr groß.
Anstehende Termine:
- 19. Juni: Johannisfeuer Schützengesellschaft Haßlach
- 20. Juni: Johannisfeuer BRK Teuschnitz am Buswendeplatz der Schule
- 20 Juni: Johannisfeuer SV Wickendorf am Sportheim
- 21. Juni: Kindergarten-Fest mit Segnung Kinderkrippe
- 27./28. Juni: Flugtag AERO Club Teuschnitz
- 3.-5. Juli: Wiesenfest der Stadtkapelle Teuschnitz
- 10.-12. Juli: Sportfest des TSV Teuschnitz mit Einweihung Beach-Volleyballfeld
- 24. Juni: Besichtigung FFW Haßlach
- 10. Juli: Besichtigung FFW Teuschnitz
- 19 Juli: Feier 25-jähriges Priester-Jubiläum Dekan Detlef Pötzl Am Knock.
