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In Teuschnitz singen Jung und Junggeblieben


Von Anfang an nimmt die Arnika-Grundschule Teuschnitz am 2003 ins Leben gerufenen „Aktionstag Musik“ teil.
Von Anfang an nimmt die Arnika-Grundschule Teuschnitz am 2003 ins Leben gerufenen „Aktionstag Musik“ teil.

von Heike Schülein

 

Seit 2013 beteiligt sich die Arnika-Grundschule Teuschnitz am bayernweiten „Aktionstag Musik“. Auch in diesem Jahr wurden wieder die Großeltern zum gemeinsamen Singen eingeladen.

 

„Britschabraat“ - Was für ein schönes fränkisches Wort und gar nicht so einfach ins Hochdeutsche zu „übersetzen“. In dem frech-fröhlichen Lied „Britschabraat“, das am Freitagvormittag in der vollbesetzten Aula der Arnika-Grundschule Teuschnitz zusammen mit vielen weiteren vor allem Mundart-Stücken erklang, jedenfalls geht es um dreiste Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste durch den Salat im schön gepflegten Garten stampfen. Wie schön, wenn Kinder solch fränkisches Liedgut bewahren!

 

„Musik ist fest in unserem täglichen Schulleben verankert“, erklärte Schulleiter Klemens Löffler, dessen Schule aufgrund ihrer zahlreichen musikalischen Aktivitäten vor drei Jahren die Auszeichnung als „Musikalische Grundschule“ erhalten hatte. Einen passenden Anlass zum gemeinsamen Singen und Musizieren bietet alljährlich insbesondere der im Jahre 2013 ins Leben gerufene „Aktionstag Musik“, an dem man sich in Teuschnitz bereits seit Anbeginn in verschiedener Form beteiligt. Bei der Veranstaltungsreihe sind alle Schulen, Kindergärten und deren Kooperationspartner eingeladen, dieses Mal im Zeitraum vom 18. Mai bis zum 31. Juli 2026, mit vielfältigen musikalischen Veranstaltungen Bayern zum Klingen bringen. Traditionell verbindet die Arnika-Grundschule Teuschnitz die Aktion mit einer Einladung an die Großeltern, die auch in diesem Jahr wieder sehr zahlreich angenommen wurde.

 

Die Freude stand den junggebliebenen Musikfreunden und Musikfreundinnen förmlich ins Gesicht geschrieben, als sie bei vom Elternbeirat gebackenen süßen Köstlichkeiten und einer guten Tasse Kaffee dem sehr abwechslungsreichen Programm lauschten. Den Anfang machte die Bläserklasse mit dem amerikanischen Sound von „Aura Lee“ und dem unverwüstlichen „Hard Rock Blues“, bevor die Klarinetten-Gruppe der Schule das lebhafte - ebenfalls aus Amerika stammende - Stück „Little Brown Jug“ schön harmonisch darbot. Rhythmus, Koordination und Musikalität ganz ohne Instrumente - Viel Applaus gab es auch für das rhythmische Becherklatschen zum „Cupsong“ der Klasse 3 a, wobei die Becher zwischen den Händen und dem Tisch nur so hin und her wanderten.

 

„Entla aufn Weihe, schö in aner Reiha. Vorndro schwimmt der Ent´nmoo und die andern hint´ndroo“ - Für große Begeisterung sorgten einmal mehr zauberhafte, von den Kindern mit sichtlicher Freude angestimmte fränkischa Liedla so vom „Entla aufn Weihe“, „Hoppedihöh“ und „Britschabraat“ sowie vom „Vetter Michl“, der unbedingt ein Reiter werden wollte und hierfür mächtig unter anderem mit einem Suppentopf auf dem Kopf, Backstaakäs unterm G´säß und Bonnastang in der Hand - anstatt Helm, Sattel oder Lanze - improvisieren musste. Das Publikum lachte Tränen über dieses fränkische Kopfkino!

 

Jung und Junggeblieben im schönen Einklang

 

Nach dem englischen „Day and Night“ der 4 a waren auch die Großeltern zum Mitsingen eingeladen, die dann ihrerseits voller Begeisterung in die wohlbekannten „Hymnen“ unserer Heimat wie dem Rennsteiglied, dem Oberfranken-Lied sowie „Tief im Frankenwald“ einstimmten. Auch die schönen alten Volkslieder „Lustig ist das Zigeunerleben“ und „Kein schöner Land“ wie auch der Stimmungsklassiker „Der Vogelbeerbaam“, der von einer nicht näher benannten Elisabeth, einem teuren Anwalt und eben dem Vogelbeerbaum handelt, ging den junggebliebenen Musikfreunden textsicher über die Lippen. Nachdem die Frage „Was braucht mer auf an Bauerndorf“ geklärt wurde - natürlich insbesondere a Kirch´n und an Pfarrer, aber auch an Bäcker, Postler, Postler und selbstverständlich auch a zünftiga Blasmusik, fand der wieder einmal rundum gelungenen Vormittag mit dem von Fröhlichkeit und Trinkfestigkeit handelnden „Flößerlied“ seinen wahrlich lautstarken Abschluss.

 

Zur guten Laune hatte zwischen den Musikblöcken immer wieder auch der Schulleiter Klemens Löffler mit humorvollen heimatlichen Gschichtla beigetragen.

 

Der „Aktionstag Musik“: wurde von der Bayerischen Landeskoordinierungsstelle für Musik (BLKM) in Kooperation mit den Bayerischen Kultus-, Wissenschafts- sowie Familienministerien ins Leben gerufen. An festgelegten Terminen im Jahr sind alle teilnehmenden Schulen und Kindergärten sowie ihre Kooperationspartner/innen aufgerufen, gemeinsam zu singen und zu musizieren. Zu diesem Zweck stellt die BLKM jedes Jahre Lieder und Materialien zur Verfügung. Ebenfalls im Programm sind Fortbildungen für Kita-Personal und Lehrkräfte. Einmal im Jahr wird ein Thema festgelegt und zu diesem Werbematerial erstellt. Mit dem Aktionstag soll aktives und gemeinsames Singen und Musizieren gefördert und so besondere Erlebnisse geschaffen werden. Der Tag bietet die Gelegenheit zum Austausch und der Begegnung zwischen den Generationen.

 

Erfreuliche Anmeldezahlen: Am Aktionstag beteiligen sich in diesem Jahr über 180.200 Teilnehmende aus mehr als 1.175 angemeldeten Einrichtungen. Dabei handelt es sich um 16.162 Kinder mit 5.043 Erwachsenen aus über 300 Kitas, 133.156 Kinder und Jugendliche mit 5.043 Erwachsenen aus über 845 Schulen sowie 2.531 Kinder, Jugendliche und 696 Erwachsene aus 30 Vereinen, Musikschulen und Universitäten.