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Tschirn lädt zum großen Fest-Wochenende


Dekan Detlef Pötzl und Bürgermeister Klaus Daum laden zum Festwochenende „750 Jahre Tschirn“ herzlich ein.
Dekan Detlef Pötzl und Bürgermeister Klaus Daum laden zum Festwochenende „750 Jahre Tschirn“ herzlich ein.

von Heike Schülein

 

Tschirn wurde erstmalig 1276 urkundlich erwähnt. Das Jubiläum wird mit einem bunten Veranstaltungsreigen gefeiert. Zu einem weiteren Höhepunkt geht es nunmehr mit dem kommenden Fest-Wochenende über. Auch der Erzbischof hat sein Kommen angekündigt.

 

Mit dem Jubiläumsjahr blickt Tschirn auf 750 Jahre urkundlich belegte Geschichte zurück. Auch wenn die erste schriftliche Erwähnung aus dem Jahr 1276 stammt, sind sich Heimatforscher einig, dass der Ort deutlich älter sein dürfte und seine Wurzeln vermutlich bis ins 12. Jahrhundert reichen. Beim bereits gefeierten Festakt wurden diese historischen Erkenntnisse eindrucksvoll vorgestellt und zugleich die enge Verbundenheit von Gemeinde und Pfarrgemeinde hervorgehoben, die das Ortsleben bis heute prägt. 

 

„Besonders ist, dass es sich dabei um ein Doppeljubiläum der Gemeinde und Pfarrei Tschirn handelt“, bekundet Dekan Detlef Pötzl. Von Anfang an sei man sich einig gewesen, diesen bedeutsamen Meilenstein gemeinsam zu feiern und keine zwei separaten Feste abzuhalten. Die erste schriftliche Erwähnung aus dem Jahr 1276 war eine Schenkungsurkunde vom Kloster Langheim, auf der eben dieses Jahr festgehalten ist. Der Ort und die Kirche seien sicherlich wesentlich älter. Seitdem werde Tschirn auch als Pfarrei geführt und gehöre somit zu den ältesten im Frankenwald. Von Anfang an gab es das Patronat des heiligen Jakobus. Die genauen Gründe hierfür könne man nicht mehr erforschen.

 

„Der heilige Jakobus war als Apostel zumindest im christlichen Kontext damals schon bedeutsam“, erläutert der Leitende Pfarrer des katholischen Seelsorgebereichs Frankenwald. Auch die Wallfahrten nach Santiago de Compostela gab es damals schon, wenngleich nicht im gleichen Ausmaß wie heute. Im Mittelalter war der Jakobsweg dann eine der wichtigsten christlichen Pilgerrouten. Jakobus sei ein durchaus streitbarer Gefolgsmann von Jesus gewesen und gehörte zu dessen engstem Kreis. Er zählt zu den ersten Aposteln, die berufen wurden, und starb im Jahr 44 n. Chr. als Märtyrer. „Jakobus war wahrscheinlich jemand, mit dem sich die Menschen identifizieren konnten - auf der Seite die Liebe zu Jesus und auf der anderen Seite seine Leidenschaft, die eben manchmal auch zu Streitigkeiten führte“, überlegt er. Vermutlich wegen ihres feurigen, aufbrausenden Temperaments und ihrer lautstarken Art habe Jakobus zusammen mit seinem Bruder Johannes von Jesus den Beinamen „Donnersöhne“ erhalten. Bemerkenswert sei, dass es im Frankenwald keine weitere katholische Jakobus-Kirche gebe. Lediglich die Filialkirche in Effelter „St. Peter und Paul“ habe vor der Umbenennung dieses Patronat innegehabt. In Geroldsgrün findet sich eine Jakobus-Kirche, in Küps eine St. Jakobi-Kirche. Beide Gotteshäuser sind evangelisch.  

 

Sehr beeindruckend sei für ihn, wie viele Verbände, Vereine und Privatpersonen sich in die Vorbereitungen des Festreigens einbringen. Um für die kommenden Generationen etwas Bleibendes zu schaffen, gab es seitens der Pfarrei die Initiative, anlässlich des großen Jubiläums eine Jakobus-Statue aus Sandstein fertigen zu lassen. Die Skulptur - ein sichtbares Zeichen für die lange Geschichte und lebendige Zukunft der Pfarrei - findet ihren Platz direkt beim Aufgang vor der Kirche. Von dort aus wird die von einem renommierten Steinmetz geschaffene, drei Meter hohe Statue ab sofort auf die vorbeiführende Straße „blicken“ und Fußgänger wie Autofahrer „begrüßen“. Zahlreiche örtliche Vereine sowie Privatpersonen brachten sich mit großzügigen Spenden ebenso in die Finanzierung ein wie auch die Oberfranken- und Sparkassen-Stiftung. Großer Dank gebühre hier auch dem Landrat - zugleich Schirmherr des Jubiläums - Klaus Löffler für seine enorme Spenden-Akquise.

 

Der Landrat hat sein Kommen bereits zur Eröffnung des Fest-Wochenendes am Freitagabend zugesagt. Um circa 19.30 Uhr wird er auch sein besonderes - bis dahin verhülltes - Jubiläumsgeschenk übergeben. Mit den Festlichkeiten folgt nun der zweite Höhepunkt des Jubiläumsjahres: An drei Festtagen erwartet die Besucher im Park am Feuerwehrhaus ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Beim Familiennachmittag am Samstag und Sonntag kommen besonders die kleinen Gäste mit Erlebnisspielplatz, Hüpfburg, Kickerspiel und Lichtpunktgewehrschießen auf ihre Kosten. Für das leibliche Wohl ist mit Kaffee und Kuchen, Grillspezialitäten und weiteren Angeboten bestens gesorgt. Am Sonntag wird zudem - auf Vorbestellung - ein Mittagessen mit Rouladen und Klößen angeboten. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Jungmusiker der Blaskapelle, die Tschirner „Edelweiß“-Musikanten sowie die Wickendorfer Musikanten.  

 

Besonderer Höhepunkt des Fest-Wochenendes ist der Festgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in der Pfarrkirche mit Erzbischof Herwig Gössl. Im Anschluss segnet der Bamberger Oberhirte die neue Jakobus-Sandsteinskulptur auf dem Kirchenvorplatz.

Möglich wird das Fest nur durch das große ehrenamtliche Engagement der zahlreichen Helferinnen und Helfer sowie der örtlichen Vereine. Weil Zusammenhalt im Ort großgeschrieben wird, packten - zeigen sich der Dekan und Bürgermeister Klaus Daum dankbar - alle mit an. Auch das komplette Essensangebot wird selbst zubereitet, darunter sogar das traditionelle Festtagsessen am Sonntag.

„Ich bin sehr stolz auf meine ganze Gemeinde, wie jetzt nochmals ein solch großes Fest gestemmt wird - und das, obwohl ja in diesem Jahr schon etliche Feste stattfanden und es sich oftmals um die gleichen Helferinnen und Helfer handelt“, würdigt der Bürgermeister. Ein dickes Lob gebührt auch den tüchtigen Bauhof-Mitarbeitern für die aufwändigen Vorarbeiten.

 

Das Jubiläumsfest bietet eine schöne Gelegenheit, Freunde, Verwandte und ehemalige Mitbürger wiederzutreffen, Erinnerungen auszutauschen und gemeinsam die Verbundenheit mit der Heimat zu feiern. Die Veranstalter freuen sich auf viele Besucher aus nah und fern sowie drei Tage voller Geselligkeit, Tradition und echter Tschirner Gastfreundschaft und laden herzlich ein.

 

Festprogramm: Freitag, 24. Juli, 19 Uhr: Eröffnung mit den Jungmusikern und der Blaskapelle „Edelweiß“ Tschirn; Samstag, 25. Juli, 14.30 Uhr: Familien-Nachmittag, Kinderprogramm, 19.30 Uhr: Unterhaltungsabend mit den Wickendorfer Musikanten; Sonntag, 26. Juli, 9.45 Uhr: Kirchenparade, 10 Uhr: Festgottesdienst mit Erzbischof Herwig Gössl, Segnung der neuen Sandsteinskulptur, Festzug zum Festplatz, 12.30 Uhr: Mittagessen auf dem Festplatz; 14 Uhr: Unterhaltung mit der Blaskapelle „Edelweiß“, Familien-Nachmittag, Kinderprogramm.