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Umfangreiche Landschaftspflegemaßnahmen für Teuschnitz geplant


von Heike Schülein

 

Im Mittelpunkt der Teuschnitzer Stadtrats-Sitzung vom Montagabend standen die geplanten Landschaftspflegemaßnahmen. 2026 stehen besonders viele Vorhaben auf der Agenda.

 

Einen Schwerpunkt der in diesem Jahr für Teuschnitz geplanten Landschaftspflegemaßnahmen bildet - so Tim Röder vom Landschaftspflegeverband (LPV) Kronach - der Schutz von artenreichem Grünland. Zu den mit einem Kostenvolumen von rund 11.500 Euro eingeplanten Maßnahmen zählt insbesondere die Beseitigung von invasiven Problempflanzen wie Spierstrauch, Jakobskreuzkraut und Lupinen. Die eigentlich hübsch anzusehenden Lupinen sind für die Artenvielfalt fatal. Mit ihren Pfahlwurzeln dringen sie tief in den Boden ein, reichern ihn mit Stickstoff an und verdrängen damit heimische Pflanzen. Besonders tragisch ist dies in Gebieten, in denen - wie in der Teuschnitz-Aue - seltene Arten wie Arnika, Bärwurz und Orchideen wachsen, die stickstoffarme Wiesen zum Gedeihen benötigen.

 

Zur Eindämmung fanden Lupinenstech-Freiwilligenaktionen in Teuschnitz gemeinsam mit den Naturpark-Rangern mit einer Beteiligung von durchschnittlich zehn Personen statt. Der fachliche Mitarbeiter bat in diesem Zusammenhang um weitere Mithilfe - beispielsweise von Vereinen oder Schulen. Durch das Mitwirken - die bewährteste Methode im Kampf gegen die Lupine ist das Ausstechen - könne man direkt etwas für unsere heimischen Arten wie Bärwurz, Arnika oder das seltene Holunderknabenkraut tun. Interessierte können sich gerne bei ihm melden. Verstärkt sollen auch Drohnen als Monitoring zum Einsatz kommen. Eventuell angedacht ist auch die Durchführung eines Pyrolyse-Verfahrens. Die Lupinen sollen dabei soweit verbrannt beziehungsweise verkohlt werden, um sie im Anschluss als Bodenverbesserer auftragen zu können.

 

Hinzu kommt die Anlage von zwei Tümpeln in Rappoltengrün als Lebensraum für den Fadenmolch (3.048,78 Euro), die Beweidung mit Rindern in Rappoltengrün (1.892,10 Euro), die schonende Wiesenmahd auf Flächen in Haßlach, Teuschnitz und Wickendorf (7.885,24 Euro), Entbuschungen in Teuschnitz (1.443,05 Euro), ein Moorantrag für Teuschnitz, wobei es um Verbuschung geht (6.534.05 Euro), sowie Ausgleichmaßnahmen (9.948,40 Euro). Neu ist die Beratung der Landkreis-Gemeinden beziehungsweise -Städte zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie „RZWas 2025“ zwecks Renaturierung von Gewässern (875 Euro). Aus Zeitnot bereits durchgeführt wurde die dringliche Baumpflege der Haßlach-Buche mit Ersatzgeldern in Höhe von 1.800 Euro, nachdem man hier nicht länger warten konnte. 

 

Enthalten sind des Weiteren noch Kosten von fast 16.000 Euro für Maßnahmen des vergangenen Jahres, die aus verschiedenen Gründen erst in diesem Jahr abgerechnet werden konnten oder sich länger als geplant hingezogen hätten. Hierzu zählt unter anderem auch ein Glückspirale-Projekt zur Bekämpfung der Lupine beziehungsweise Neophyten (knapp 3.700 Euro) sowie generell der Schutz artenreiches Grünland und Wiesenmahd. Unter Neophyten versteht man gebietsfremde Pflanzen, die nach 1492 (der Entdeckung Amerikas) in Regionen eingeführt wurden, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren.

 

„Die Maßnahmen fallen in diesem Jahr deutlich höher aus. Wir können jetzt aufgrund unserer Personalstärke wieder deutlich mehr planen“, freute sich Tim Röder. Gleichwohl werde man wahrscheinlich wiederum nicht alles durchführen können, was aber meistens nicht am Geld liege, sondern an verschiedenen äußeren Faktoren. Eventuell will man zur Bekämpfung von Lupinen auch Kräfte auf Stundenlohn-Basis von Mini-Jobbern bezahlen.

 

Die lokalen Vorhaben sind Teil des Artenschutzprogramms und werden durch Fördermittel des Landkreises Kronach und Ausgleichsgelder kofinanziert. Bei der unwahrscheinlichen Realisierung aller Maßnahmen ergäben sich Kosten von nahezu 61.000 Euro - mit einem Eigenanteil der Stadt Teuschnitz von knapp 3.900 Euro und der Verwaltungskostenpauschale von rund 3.000 Euro, zusammen also fast 7.000 Euro. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen bestand Einverständnis mit der Maßgabe, dass der Eigenanteil der Stadt, inklusive Verwaltungskostenpauschale, auf circa 5.000 Euro begrenzt wird; gibt es doch dahingehend seit einigen Jahren einen Grundsatzbeschluss des Stadtrats. 

 

2025 konnten für Teuschnitz Maßnahmen von nahezu 25.000 Euro - bei Zuschüssen von 22.000 Euro - umgesetzt werden. Abzüglich der vom Landkreis Kronach getragenen Kosten sowie der Mitgliedsbeiträge resultierte daraus für die Stadt ein Eigenanteil von 1.106,62 Euro, zuzüglich der Verwaltungskostenpauschale in Höhe 1.247,46 Euro.

 

„Mit dem Team vom LPV besteht eine wunderbare Zusammenarbeit“, würdigte Bürgermeister Frank Jakob (CSU/Parteilos). Wie dieser ausführte, sollen auf der gemulchten Fläche Richtung Reichenbach mit der Spitze aufwärts im kommenden Jahr rund 30 Bäume für eine Streuobstwiese angepflanzt werden. Auch eine Rastmöglichkeit soll geschaffen werden. Die Restfläche wird über den Forstbetrieb bestockt. Zudem soll dort - nach einer sehr schönen Idee der DLRG Teuschnitz - eine Art Baby-Allee mit einem neugepflanzten Baum pro neuen Teuschnitzer Erdenbürger entstehen.

 

Frederic Pauli ist neuer Jugendbeauftragter

 

Auf Vorschlag von Eduard Daum (CSU) wurde Frederic Pauli (CSU) zum neuen ehrenamtlichen Jugendbeauftragten der Stadt Teuschnitz für die laufende Wahlperiode gewählt. Er fungiert als Ansprechpartner für die Belange von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bringt deren Anliegen in die kommunalen Gremien ein und unterstützt die Entwicklung und Förderung der örtlichen Jugendarbeit. Der Jugendbeauftragte wird durch die Kommunale Jugendarbeit, die auch den Anstoß für die Bestellung einer solchen bislang in Teuschnitz noch unbesetzten Funktion gegeben hatte, fachlich begleitet, beraten und in seine Aufgaben eingeführt. Eine Gegenstimme kam von Christof Körner (MiM).

 

Kooperationsvertrag beschlossen

 

Die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Teuschnitz hatte in der nichtöffentlichen Sitzung am 21. Mai dieses Jahres die Anschaffung einer gemeinsamen Schlauchwasch- und Druckprüfanlage beschlossen. Seit 2013 wird eine gemeinsamer Atemschutzprüfstand in Teuschnitz betrieben. Damit es für den Betrieb und die Finanzierung eine festgeschriebene Regelung gibt, soll ein Kooperationsvertrag geschlossen werden. Außerdem soll ein Zuschussantrag für die Schlauchwasch- und Druckprüfanlage gestellt werden. Da die VG nur übertragen Tätigkeiten erledigen darf, ist es nötig, diese Aufgabe auf die VG zu übertragen. Der Bürgermeister erläuterte das Muster der Zweckvereinbarung, mit dessen Inhalt fraktionsübergreifend Einverständnis bestand. Der Gemeinderat Reichenbach hatte bereits in seiner letzten Sitzung der Zweckvereinbarung zugestimmt.

 

Antrag zur Geschäftsordnung

 

Timo Feuerpfeil (CSU) stellte einen Antrag zur Geschäftsordnung, in der aktuellen Stadtrats-Sitzung nochmals über die im Gremium beschlossene Parkplatz-Regelung in der Innenstadt zu beraten, nachdem seiner Partei von der Bevölkerung mehrfach Kritik zugetragen worden sei. Das Thema konnte in der Sitzung jedoch nicht behandelt werden, nachdem der Stadtrat nicht vollzählig war; es hierfür jedoch die Zustimmung aller Stadtrats-Mitglieder bedürft hätte. Das Thema soll in der nächsten Sitzung noch einmal diskutiert werden. Laufende Bestellungen werden zurückgehalten. 

 

Informationen des Bürgermeisters: Die Arbeiten in der Weidenstraße in Teuschnitz laufen. Die Einbindung der neuen Wasserleitung der Weidenstraße in die Bestandsleitung in der Rappoltengrüner Straße macht nochmals eine Vollsperrung der Rappoltengrüner Straße notwendig. Die verkehrsrechtliche Anordnung hierfür wurde seitens der bauausführenden Firma beauftragt. Die Sperrung wird für den Zeitraum 10. bis 28. August beantragt, damit die Arbeiten in den Sommerferien stattfinden können. In Haßlach werden im Bereich Am Berg und Bergbrunn im Zeitraum 20. Juli bis 12. August Kabelverlegungsarbeiten durch einen Subunternehmer für das Bayernwerk ausgeführt. Die Markierungsarbeiten fanden bereits statt. Eine sehr erfreuliche Nachricht hatte der Bürgermeister in Sachen Glasfaserausbau. Nachdem das Vorhaben eines eigenwirtschaftlichen Ausbaus durch GlasfaserPlus fast schon auf der Kippe gestanden war und die Telekom anderenorts erfolgte Zusagen bereits zurückgezogen hatte, wurde nun nochmal für Teuschnitz und Haßlach ein eigenwirtschaftlicher Ausbau verbindlich zugesagt. Mit der Deutschen Telekom Technik wurde ein Ausbaupartner gefunden; die entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet. Insgesamt werden 420 Adressen mit Glasfaser erschlossen. Der Zeitrahmen steht noch nicht fest, nachdem die Zusage erst jetzt bei der Stadt eingegangen war.

 

Sonstiges: Markus Hofmann (CSU/Parteilos) berichtete von der Teilnahme - in seiner Funktion als Bürgermeister-Stellvertreter - an für ihn sehr beeindruckenden Veranstaltungen. Dabei handelte es sich zum einen um die Auszeichnung der Bibliothek am Alten Torhaus mit dem Goldenen Büchereisiegel des Sankt Michaelsbunds sowie zum anderen um die Verabschiedung der Arnika-Akademie Teuschnitz der Absolventinnen des aktuellen Lehrgangs TEH-Praktiker/in mit Zertifikaten. Ein großes Anliegen war ihm der Dank an die Feuerwehren und den Bauhof für deren großartigen Einsatz beim starken Unwetter in der Vorwoche, was Frank Jakob nur unterstreichen konnte. Seitens der Stadt wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um zumindest etwas Entlastung an den Brennpunkten zu bewirken. An die Bevölkerung appellierte der Bürgermeister, wenn diese Brennpunkte ausmachten, sich - gerne auch mit Fotos oder Videos - an die Stadt zu wenden, um hier gegebenenfalls Präventivmaßnahmen einleiten zu können. Einen hundertprozentigen Schutz vor Schäden werde es zwar nie geben; manchmal bewirkten aber schon kleine Vorkehrungen, die nicht viel Geld kosteten, eine Verbesserung. Mario Stingl (MiM) verwies darauf, dass einige Schiefer beim Feuerwehrhaus in Richtung Friedhofsmauer fehlten. Man wird sich kümmern. Das Forstbetriebsgutachten - antwortete der Bürgermeister auf Nachfrage von Christof Körner (MiM) - wurde beauftragt.

                                                                                                                                                     

Termine: 25.07., 14.30 Uhr: Großübung der FFW Teuschnitz am Kindergarten Teuschnitz, ab 15.30 Uhr: Sommerfest der FFW Teuschnitz, 26.07., ab 14 Uhr: Sommerfest der DLRG Teuschnitz, 24. - 26.07.: Fest-Wochenende in Tschirn anlässlich der 750-Jahrfeier, 07./08.08.: Brückenfest Wickendorf.