
von Heike Schülein
Große Freude in Reichenbach: „Das Fränkische Reichenbach“ feierte seine herbeigesehnte Eröffnung. In der neuen Gastronomie fand auch die Auftakt-Sitzung des Gemeinderats statt.
"Das gute Miteinander über die Fraktionen hinweg haben wir auch im vergangenen Jahr wieder praktiziert“, würdigte Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD), als sie am Freitag über das aktuelle Gemeindegeschehen berichtete, auf Vergangenes zurückblickte und Ausblick hielt. Dass die Entscheidungen im Gemeinderat nie von Parteipolitik gelenkt worden seien, zeigten auch die Wahlen des 2. Bürgermeisters in den Jahren 2014 und 2020. Beide Male wurde auf Vorschlag der SPD-Fraktion Rudi Neubauer von der CSU gewählt. „Jeder hat immer „Unser Reichenbach“ in den Fokus gestellt. Wenn es auch mal ausgedehnte Debatten gab, waren doch die meisten Beschlüsse einstimmig“, stellte sie heraus.
Geprägt war 2025 abermals von der Revitalisierung des Anwesens Rennsteigstraße 16. Das Ensemble wurde saniert und erhielt einen Anbau. Ende 2025 waren die Arbeiten am „Das Fränkische Reichenbach“ weitgehend fertiggestellt. Die Baukosten betragen circa 3,5 Mio. Euro bei einem Zuschuss von knapp 1,9 Mio. Euro. Näheres dazu gibt es bei der offiziellen Einweihung. Der Termin steht noch nicht fest. Die Pächterfamilie hat am 2. Januar 2026 die Türen geöffnet und die Gäste durchs Haus geführt. Bei diesem gelungenen Auftakt äußerten sich die vielen Besucher durchwegs sehr positiv. „In Verbindung mit dem Freizeit- und Bewegungspark (Kosten 547.990 Euro / Zuschuss 489.100 Euro) auf dem gleichen Grundstück hat unser kleines Dorf etwas geschaffen, was nicht nur in der Region Beachtung finden wird“, zeigte sie sich stolz.
2025 wurden die Pager und die Sirene auf Digitalisierung umgestellt. Die Kosten betrugen 21.253,66 Euro bei einem Zuschuss von 8.051,01 Euro. Auch die Aufwendungen für Führerscheine sowie alle beantragten Ausrüstungsgegenstände wurden wiederum einstimmig genehmigt. Bei der Befragung sprach sich die Mehrheit dafür aus, weiterhin aktiven Dienst zu leisten. Ihnen dankte die Bürgermeisterin, insbesondere den beiden - leider zurückgetretenen - Kommandanten. Trotz intensiver Bemühungen, auch der FFW-Vorsitzenden, erklärte sich bedauerlicherweise bislang niemand dazu bereit, die Mannschaft zu führen.
Die Bauarbeiten an der Kreisstraße ruhen zurzeit witterungsbedingt. Wenn alles planmäßig weitergeht, wird mit der Fertigstellung im Sommer 2026 gerechnet. Im Rahmen der Städtebaulichen Aufwertung werden der Bereich an der Brunnenstraße, die Auffahrt zum Kindergarten und der Gemeindepark neugestaltet. Die Straßenbeleuchtung wird auf LED umgestellt. Man rechnet mit Kosten für die Gemeinde in Höhe von circa 500.000 Euro sowie einem Zuschuss von circa 450.000 Euro. Durch die Bauarbeiten in der Hauptstraße und den damit verbundenen Sperrungen und innerörtlichen Umleitungen konnten nur bedingt Ortsstraßen saniert werden. Deshalb musste der Ausbau der Birkenstraße vorläufig auf Eis gelegt werden. Die Kremnitzstraße wurde im Zuge der Erneuerung der Wasserleitung, die Rennsteigstraße aufgrund der Verlegung der Stromkabel neu asphaltiert. Auch in den Vorjahren wurden Straßen gebaut - zum Beispiel die Kapellenstraße, die Straße vom Friedhof zur KC 24, die Verbreiterung des Auwiesenweges sowie die Gartenstraße, wofür es keine Zuschüsse gab. Bei den ersten Ausbaumaßnahmen, Kirch-, Schul-, Fichten- und Frankenwaldstraße, freute man sich über Zuwendungen von 563.000 Euro. Von den Eigentümern mussten damals 564.467.000 Euro Straßenausbaubeiträge gezahlt werden. Beschlossen wurde als Nächstes der Ausbau der Neubauersgasse.
Aufgrund der viel zu hohen Kosten wurde die frühere Planung für die Schule/Turnhalle verworfen. Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie soll den tatsächlichen Bedarf festlegen. Die Kosten für die Sanierung der Turnhalle werden über das Bundesförderprogramm für Sportstättenbau angemeldet. Für das Kommunale Städtebauförderprogramm wurden bisher acht Anträge gestellt. Fünf sind bereits bewilligt, drei in Bearbeitung. Die Gemeinde erhielt den Förderbescheid für den Breitbandausbau nach der Gigabit-RL 2.0 des Bundes. Der Bescheid „Neues Wasserrecht – gehobene Erlaubnis für die Klärablage für 20 Jahre“ liegt vor. In Auftrag gegeben wurde die zum 100 Prozent bezuschusste kommunale Wärmeplanung.
Innenentwicklungskonzept
Als Grundlagen für weitere Entscheidungen zur Entwicklung der Gemeinde dient das fast 70-seitige Innenentwicklungskonzept. Der Kauf und Abriss der vier leerstehenden Gebäude in der Hauptstraße 5 und 10 sowie Kremnitzstraße 1 und Kirchstraße 4 verbesserte das Ortsbild in den letzten Jahren wesentlich. Für diese Maßnahmen flossen 107.800 Euro Fördermittel. Regional länderübergreifend arbeitet die Gemeinde beim Integrierten ländlichen regionalen Entwicklungskonzept ILREK zusammen - Ein Zusammenschluss der
fünf Rennsteiggemeinden sowie Nordhalben, Lehesten und Wurzbach, um die gesamte Region voran zu bringen. Die Vorstellung mit allen Gremien der acht Gemeinden fand in Lehesten statt. Abschluss war am 27.01.2025 in der Rennsteighalle in Steinbach am Wald.
Den Kindergarten besuchen derzeit 32 Kinder: 21 Regel- und elf Krippenkinder. Der KiGa wird seit 2007 vom Trägerverein verwaltet. Eigentümerin des Gebäudes ist die Kirchenstiftung. Seit 2019 steht man mit dem Erzbistum Bamberg in Kontakt zwecks Übernahme. Bisher war dies nicht möglich, da die Zufahrt im Eigentum des Kirchenbauvereines stand und dieser vor Jahrzehnten die Rechtsfähigkeit verlor. Endlich, am 13.07.2025, konnte die Gemeinde das herrenlose Grundstück erwerben. Einem Kauf steht nun nichts mehr im Weg.
In ihren Rückblick bezog Karin Ritter auch die Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz und den Schulverband Teuschnitz sowie Pressig mit ein. Die VG zählt aktuell 3.036 Einwohner. Bei einer VG-Umlage pro Einwohner von 261,46 Euro ergibt sich für die 664 Einwohner von Reichenbach ein Betrag von 173.612 Euro. „Die Gründung des VG-Bauhofes war eine wichtige und richtige Entscheidung. Bei jedem Problem findet sich meistens eine schnelle Lösung“, würdigte sie. Der Vertrag mit der Reinigungsfirma wurde gekündigt. Die drei Putzelfen sind seit 2025 VG-Angestellte und damit auch in Reichenbach im Einsatz.
Der Schulverband Pressig zählt 143 Schüler, davon neun aus Reichenbach. Die Umlage je Schüler beträgt 4.354,55 Euro, somit für Reichenbach insgesamt 39.190,95 Euro. Im Schulverband Teuschnitz besuchen 86 Schüler die Grundschule Teuschnitz, davon 17 Kinder aus Reichenbach. Pro Schüler zahlt die Gemeinde 4.304,65 Euro, gesamt 73.179,05 Euro. Das Schulschwimmbad wurde wieder in Betrieb genommen. Die Kosten der Renovierung betrugen knapp 4,1 Mio. Euro bei Zuschüssen von knapp 2,1 Mio. Euro.
Den Ausführungen schloss sich ein gemeinsames Abendessen an.
Einwohnerbewegung: 2025 hielten sich die Zuzüge und Wegzüge mit jeweils 35 die Waage. Zwei Geburten standen elf Sterbefälle gegenüber. Somit zählt die Gemeinde zum 31. Dezember vergangenen Jahres 654 Einwohner; zu Jahresbeginn 2025 waren es 663.
